Diese Familie fühlt sich wohl, wenn es nicht zu voll gestellt ist, nicht zu viel an den Wänden hängt und nicht zu viel Farbe vorhanden ist.
Lori putzt gerne und räumt noch lieber auf. Manchmal darf aber auch etwas herumliegen, auch wenn Besuch kommt – da ist sie nun, dank Merle, gelassener geworden, weil ihr die Zeit dafür einfach zu schade ist, sie unternimmt lieber etwas Schönes mit ihr.

An einem sonnigen Tag im April öffnete mir diese Familie im Stuttgarter Westen die Türen zu ihrer Wohnung – und die Homestory konnte beginnen.
Lori kommt eigentlich aus der Pfalz und hat an der pädagogischen Hochschule in Heidelberg studiert. Ihr Referendariat hat sie in Esslingen gemacht und lernte Stuttgart durch das Ausgehen kennen. Mit einer gemeinsamen Studienkollegin beschloss sie dann in den Stuttgarter Westen zu ziehen. Vor sechs Jahren bezog sie diese Wohnung und da die Wohnung groß genug ist, zog Flo vor drei Jahren dazu.
Ihr Wohnungsstil ist skandinavisch, hell und gemütlich – viel weiß, viel Holz und ein paar Farbkleckse hier und da. Die Bilder, die das Wohnzimmer schmücken, hat Lori selber gemalt. In ihrem Studium hatte sie im Hauptfach Kunst und hat in dieser Zeit auch viel und gerne gemalt. Vor allem das gegenstandslose, experimentelle Malen hat ihr immer sehr gut gefallen. Leider nimmt sie sich seitdem sie nicht mehr alleine wohnt wenig Zeit zum Malen, was ihr auch sehr fehlt.

Schon durch den Einzug von Flo hatte sich die Wohnung verändert, aber als Merle kam, musste Platz für Chaos geschaffen werden. Am Anfang spielte sich das Leben hauptsächlich im Wohnzimmer ab. Aber seit einer Weile hat Merle ihr eigenes Zimmer und dort befinden sich auch fast alle ihre Sachen. Das Zimmer ist liebevoll dekoriert und lässt jedes Kinderherz höher schlagen.
Wenn man in die Wohnung eintritt, steht man in dem kleinen, aber feinen Flur. Rechts geht es ins Kinderzimmer von Merle und auf der linken Seite ins Badezimmer und in die Küche. Geradeaus kommt man ins gemütliche Wohnzimmer von dem man ins Schlafzimmer gelangt.
Der Flur dient gleichzeitig auch als Esszimmer. An dem liebevoll gedeckten Tisch lassen wir uns erst einmal Kaffee und Kuchen schmecken, schöner konnte es gar nicht beginnen.

OH LA LA MAMA: Liebe Lori, bitte erzähl uns erst einmal mehr von euch!
Lori: „Wir haben uns im September 2013 kennengelernt. Um 5:00 Uhr morgens im Kellerclub in Stuttgart. Ich wollte eigentlich schon früher nach Hause gehen, aber meine Freundin hat mich dann doch noch überredet in den Keller zu gehen. Flo geht da eigentlich auch nie hin und wurde auch von einem Freund dorthin geschleppt. Dort liefen wir uns dann im Raucherbereich über den Weg, obwohl ich gar nicht rauche. Ich habe ihn auf sein T-Shirt angequatscht, er trug ein T-Shirt mit einer Waffe drauf. Er hat sich dann mit mir hingesetzt und das Ganze erklärt. Am nächsten Tag trafen wir uns wieder und so begann unsere Geschichte.“

OH LA LA MAMA: Was liebt ihr an Stuttgarter Westen? Würdet ihr gerne in ein anderes Viertel ziehen?
Lori: „Wir wollen gerne im Westen bleiben. Es ist eigentlich wie ein kleines Dorf, man hat den Bio-Supermarkt, Gemüseläden, die Bäckerei, viele Spielplätze, jeder kennt jeden und es ist auch schön grün. Man hat hier den Abenteuerspielplatz West, wo man mit seinem Kind hin kann. Wir sind glücklich in unserem Viertel und schon auch mit unserer Wohnung, aber klar wäre auch eine große Altbauwohnung mit hohen Decken, Fischgrätparkett und Flügeltüren für ein Apple und ein Ei nicht schlecht.“

OH LA LA MAMA: Ist Stuttgart kinderfreundlich?
Lori:
„Auf jeden Fall, Stuttgart ist für Kinder super. Du hast den Neckar der durch Stuttgart fließt, den Wald ganz in der Nähe, viele Angebote für Kinder und du musst dafür nicht mal lange fahren, sondern erreichst alles schnell zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.“

OH LA LA MAMA: Würdet ihr gerne raus aus der Stadt ziehen?
Lori: „Viele Eltern würden glaub ich gerne raus aus der Stadt ziehen, aber wir sind so gerne in der Stadt, weil man hier auch einfach alles hat. Man hat viele Spielplätze, es gibt hier viel mit einem Kind zu erkunden, auch die Natur. Man ist schnell im Kräherwald oder auf der Jugendfarm in Botnang, wo es viele Tiere gibt. Ich liebe es hier einfach. Und klar ist es für ein Kind schön auf dem Dorf, aber die Kinder werden groß und ziehen dann irgendwann aus und dann bist du als Eltern immer noch auf dem Dorf und dann? Das Einzige was mich stört ist, dass fast all unsere Freunde mit Kinder aufs Land ziehen. Das finde ich ziemlich schade.“

OH LA LA MAMA: Was ist dein Lieblingsplatz in der Wohnung?
Lori:
„Ich liebe alles an dieser Wohnung, aber am liebsten sitze ich am Esstisch, wo ich zur Küche herausschauen kann zu unserer Terrasse. Auf dem Balkon bin ich auch unglaublich gerne. Merle ist am liebsten auf dem Sofa oder in ihrem Zimmer.“

OH LA LA MAMA: Dein Lieblingsgegenstand in der Wohnung?
Flo: „Meine Messer, zwei japanische Messer, die ich ganz neu habe.
Lori: Unser Esstisch, die Platte hat Flo ausgesucht und ich habe die Tischbeine besorgt.“

OH LA LA MAMA: Was ist das Schönste am Mamasein?
Lori: „Diese unendliche Liebe, die man spürt und auch wieder bekommt. Ich liebe Merle wirklich jeden Tag mehr, es ist kaum auszuhalten. Wenn ich sie von der Kita abhole, bin ich schon wie verliebt, es ist einfach das Schönste, diese Liebe. Das man jemanden hat, mit dem man immer zusammen sein möchte, der einen nie nervt und den man bedingungslos liebt und man zweifelt daran nicht.“

OH LA LA MAMA: Was ist das Schwierigste am Mamasein?
Lori: „Man hat so viele Rollen und man hat manchmal das Gefühl, dass man gar nicht allen gerecht werden kann. Da muss man sich dann von dem Perfektionismus verabschieden und sich sagen, ich mach alles so gut wie ich es eben kann. Schwierig ist auch, dass man nicht mehr frei über seine Zeit verfügen kann, weil man einfach immer so gebraucht wird.“

OH LA LA MAMA: Was war der schönste Moment bis jetzt seit dem du Papa bist?
Flo: „Die Geburt, die war schon ziemlich besonders. Und in der ersten Anfangszeit, mit dem Schlafentzug und den ganzen neuen Eindrücken, ich konnte gar nicht schlafen, es war alles total aufregend und spannend.“

OH LA LA MAMA: Was ist das Schönste am Papasein?
Flo: „Man liebt seinen Partner, aber die Liebe zu deinem eigenen Kind ist einfach was ganz besonderes.“

OH LA LA MAMA: Was ist das Schwierigste am Papasein?
Flo: „Das Familienleben. Ich habe das Bouldern, dem ich nachgehen möchte und da steht mir das Familienleben manchmal im Weg. Am Anfang war es schlimm für mich und auch schwierig. Ich brauchte meine Zeit mich daran zu gewöhnen und es ärgert mich auch heute noch manchmal wenn ich mal nicht bouldern gehen kann.“

OH LA LA MAMA: Wo kauft ihr in Stuttgart am liebsten für Merle ein?
Lori: „Für Bücher ist die Bauernmarkthalle, das Naseweis, die Augenweide oder das Buchstäbchen sehr zu empfehlen. Das Engelwerk hat schöne Sachen und natürlich das Motchis.“

OH LA LA MAMA: Euer Lieblingsspielplatz in Stuttgart?
Lori: „Der Hölderlinspielplatz und der Hasenspielplatz (eine Hinterhofinitative), da kann man mitten in der Stadt Hasen und Hühner anschauen gehen.“

OH LA LA MAMA: Was fehlt dir in Stuttgart?
Lori: „Es gibt einfach keine Kinder-Cafés in Stuttgart, das würde ich mir wünschen.“

Liebe Lori & lieber Flo, vielen lieben Dank für das Interview und den Einblick in euer Zuhause! Alles Liebe für euch drei!